Burgenlandkreis Gymnasium Laucha

NAZCA-Ballon aus Blumenseide

Bau eines pyramindenförmigen Heißluftballons - fächerübergreifend:
Physik - Auftrieb mit Heißluft
Geographie - Indianer der NAZCA-Wüste in Peru
Geschichte - Technische Einwicklungen von Hochkulturen

oder einfach nur ... Bastelnachmittag bzw. Klassenfest im Winter

I) BAUANLEITUNG / BAUSKIZZE

Bild: Bauanleitungsskizze

A - Rechteck mit dem Seitenverhältnis 1:2 aus Blumenseide (Papiergroßhandlung, Blumenladen, Bastelkatalog ...) anfertigen. Beginnen sollte man mit der Größe 100x200 cm. Größere Ballone können dann nach Lust und Laune gebaut werden.
B - An der Schmalseite mit Klebestift zusammenkleben.
C - Eine der Zylinderöffnungen zukleben und zwar so, dass sich die erste Klebenaht an der Seite befindet.
D - Die andere Öffnung des Zylinders um 90° drehen und ebenfalls mit Klebestift verkleben.
E - Eine Ecke des entstandenen Tetraeders für die Feueröffnung abschneiden. Mit Heißluftpistole den Ballon füllen ... Wenn's klappt - fliegt der Ballon ! Wenn nicht - immer wieder probieren !!

II) SICHERHEITSTECHNISCHE HINWEISE

- Bei Wind auf Abstand zu Bäumen und Gebäuden achten!
- Als Gondel kann zur Befeuerung unter den Tetraeder mit Klebestreifen eine Teelichthülle mit (ganz wenig!!) Sicherheitsbrennpaste gehängt werden (nur ein Teelicht ist zu schwer). In diesem Fall besonders auf Brandentwicklung achten ! Die Blumenseide fängt schnell Feuer ! Löschmittel bereitstellen - umstehende Personen über die mögliche Gefahr bei herabfallenden brennenden Ballonen informieren!
- Lieber 'kürzere Flugstrecken' als 'größerer Schaden'!

III) .......... NAZCA - GEHEIMNIS DER LÜFTE
Einführungtext von Volker Löschhorn - Stuttgart - (leicht gekürzt)

1939 machte man in der Wüste von NAZCA/Peru eine sensationelle Entdeckung: Als man Vertiefungen im Wüstenboden kartografierte, die er für Bewässerungskanäle aus der Vor-Inkazeit hielt, fügten sich die Linien zu Tierfiguren. Kurz darauf gingen die ersten Luftaufnahmen von NAZCA um die Welt. Wer hatte die Zeichnungen geschaffen und wozu?
Die Zeichnungen, die ungefähr vor 1500 Jahren in den Wüstenboden gegraben wurden, blieben solange unentdeckt, weil sie wegen ihrer Größe vom Erdboden aus nicht erkennbar sind. 'Geheimnis der Wüste' ist der treffende Titel des Buches von Maria Reiche. Sie hat mehrerer Jahrzehnte damit verbracht, alle Zeichnungen zu kartografieren. Diese Figuren bedecken eine Fläche von 500 Quadratkilometern. Während die Tierfiguren 'nur' eine Größe von einigen hundert Metern erreichen, ziehen sich Trapeze und Linien über mehrere Kilometer hin.

 

Besonders die Trapeze haben es den UFOLOGEN angetan: Sie halten NAZCA für prähistorischen Weltraumbahnhof. Aber der Wüstenboden ist so weich, daß nicht einmal ein Sportflugzeug darauf landen oder wieder starten könnte.
Als Jim Woodman 1973 über die Ebene von NAZCA flog, um im Auftrag der 'International Explorers Society' die ersten aussagekräftigen Farbfotos der Zeichnungen aufzunehmen, erfasste ihn ein Gedanke, der ihn nicht mehr losließ:
- Wieso schafft man solche Bilder, wenn man sie niemals sehen kann ?
- Oder konnten die Bildschöpfer sie doch sehen ? Sind sie etwa geflogen?
- Gibt es nicht nur ein Geheimnis der Wüste, sondern auch Geheimnis der Lüfte?
Er machte sich auf und fand immer mehr Indizien, die darauf hindeuten, daß in NAZCA Ballone aufgestiegen sein könnten.

 

Weitere
Bilder

- Uralte Fluglegenden, die auf den Flug mit einem Ballon passen!
- Brandgruben auf der Ebene von NAZCA, die zum Füllen von Ballonen mit heißer Luft gedient haben könnten!
- Der Bericht eines Grabräubers, er habe einmal eine Tonscherbe gefunden, auf der eine Gondel mit einer Art Kartoffel darüber zu sehen war!
- Die Tatsache, dass primitive südamerikanische Indianerstämme zu Festen kleine Heißluftballone aus Papier oder Tierblasen aufsteigen lassen!
- Und die Tatsache, daß ein Mönch aus Südamerika den Heißluftballon nach Europa gebracht hat - Bartolomen de Gurmao unternahm 1709 den ersten Flug über Lissabon!

Doch nun stellte sich die Frage: Waren die Einwohner von NAZCA überhaupt in der Lage, einen Ballon zu bauen, der einen Menschen tragen konnte? Gräbern in NAZCA wurden 1500 alte Stoffe entnommen, und bei 'Raven Industries' auf Festigkeit und Luftdurchlässigkeit getestet. Die Luftdurchlässigkeit ist gleich oder besser als bei heutigen Fallschirmstoffen und der Stoff wurde dichter gewebt, die Festigkeit erwies sich für Ballonstoff als ausreichend. Das Gewebe ist allerdings mit 170g/dm² deutlich schwerer als heutige Ballonstoffe.

z.B.
ein Ballon,
der wirklich
fliegt !! :=)


 

Zu der immer wieder auftauchenden Figur einer gleichseitigen Dreieckspyramide, eines Tetraeders, erklärten die Ingenieure von 'Raven', dass auch sie anfangs Ballone in dieser Form gebaut hätten. Gerade diese Form sei besonders einfach zu bauen: Dabei wird eine Stoffbahn spiralförmig zu einem Zylinder vernäht. Dann nähe man dessen obere und untere Öffnung um 90° verdreht zusammen, was einen Tetraeder ergibt. Eine Spitze muss noch als Feueröffnung abgeschnitten werden und fertig ist der NAZCA-Ballon.

Nachdem feststand, daß die Bewohner von NAZCA mit den ihnen zur Verfügung stehenden Materialien einen Ballon bauen konnten, baute man einen menschtragenden Ballon nach. 'Raven' fertigte eine 2200 Kubikmeter große Ballonhülle aus Baumwollstoff und ein Indianer vom Titicacasee fertigte aus Binsen die Gondel in Form eines Bootes.

Der Bau des Ballons war eine Sache, eine andere ihn in die Luft zu bekommen. Es musste jemand gefunden werden, der den Ballon mit Heißluft über dem Holzfeuer füllen konnte. Gefunden wurde Joe Crane, der in seiner Jugend als Helfer des Jahrmarkt-Ballonpiloten Capt. Eddy Allens über die Lande gezogen war. Dabei hatte er das Füllen des Ballons über dem offenen Feuer gelernt. Auch ein Pilot für das Unternehmen wurde gesucht und gefunden. Julian Nott, britischer Ballonfahrer und Inhaber mehrerer Weltrekorde erklärte sich bereit, den Ballon zu fahren.

Nach langer Vorbereitungszeit stieg der "CONDOR I", wie der Ballon getauft wurde, schließlich zu einem fünfminütigen Flug über NAZCA mit Julian Nott und Jim Woodman auf. Damit war der Beweis erbracht, daß die Inkas mit den ihnen zur Verfügung stehenden Materialien hätten fliegen können - ob sie es auch taten?

Literaturhinweise:
- Jim Woodman: NAZCA - mit dem Inkaballon zur Sonne, 1977, C. Bertelsmann, ISBN 3-570-018555
- Maria Reiche: Geheimnis der Wüste - Mystera of the desert - Secreto de la Pampa, 1968, Selbstverlag Maria Reiche
- Angelika Neudecker: Archäologische Forschungen im NAZCA-Gebiet Peru, 1979, Klaus Renner Verlag, ISBN 3-87673-069-4

zurück